Der Skye Trail ist ein inoffizieller Fernwanderweg, der einmal quer über die Insel Skye im Nordwesten Schottlands führt. Der Weg führt im Süden durch die Cuillins und im Norden entlang der Trotternish Ridge vorbei an verlassenen Tälern und hohen Klippen. Zusammen mit Johannes bin ich die Hälfte des Weges von Portree bis zur Nordspitze gelaufen.
Der Trail
Im Vergleich zum Westhighlandway, der einer der einfachsten Fernwanderwege in Europa ist, sollte man für den Skye Trail etwas mehr Erfahrung haben. Der Weg ist nicht ausgeschildert und besteht meist nur aus einem Pfad, der in manchen Gebieten durch den oft moorigen Untergrund sehr variabel ist. Manchmal sieht man erst in einigen hundert Metern Entfernung auf der anderen Seite eines Tales, wo der Weg ungefähr weitergeht. Man sollte also auf jedenfall mit einer Karte oder einem GPS-Track unterwegs sein und sich nicht davor scheuen, auch mal querfeldein zu laufen.
Da ich nur die nördliche Hälfte des Weges gelaufen bin, kann ich zum südlichen Teil, der durch die wohl schönsten Berge Englands führt, nichts sagen, außer dass der Weg im Süden auch sehr schön und lohnenswert sein soll, wie ich von anderen Wanderern erfahren habe.
Für die Strecke von Portree bis zum Rubha Hunish Lookout Boothy haben wir insgesamt vier Tage gebraucht, was wahrscheinlich eher ein langsameres Tempo ist, aber wir waren ja im Urlaub und haben uns auch immer wieder Fotopausen gegönnt.
Tag 1
In Portree, der größten Stadt auf der Isle of Skye, startet man vom Zentrum aus (z. B. An der Bushaltestelle) und läuft in Richtung Hafen nach Nordosten. Dabei kommt man an einem Coop vorbei, wo man nochmal seine Vorräte für die nächsten Tage auffüllen kann. Man folgt der Hauptstraße nach Norden, bis kurz nach der ersten Linkskurve, wo eine kleinere Straße rechts abgeht. Dieser folgt man, bis sie in einen Feldweg und wenig später in einen Pfad übergeht. Der Pfad führt direkt am Meer entlang, mit einer guten Aussicht auf die gegenüberliegenden Inseln und Klippen. Nach ein paar Kilometern verlässt der Weg die Küste und geht bergauf bis zu einer kleinen Siedlung, wo wir das erste Mal nach dem Weg gefragt haben. Ein Anwohner sagte uns, wir sollten einfach quer durch die Schafweiden laufen, ob das der „offizielle“ Weg ist weiß ich allerdings nicht. Ab hier ist der Weg auch nicht mehr wirklich sichtbar, nur noch ab und zu findet man ein kurzes Stück Pfad, der aber in der nächsten moorigen Wiese wieder verschwindet. Wir sind den Rest des Tages einfach entlang der Klippen gelaufen, wo wir am Abend dann an einer möglichst trockenen Stelle unser Zelt aufgeschlagen haben.
Tag 2
Am zweiten Tag sind wir zunächst weiter entlang der Klippen gelaufen, vorbei am Loch Leathan und bereits mit Blick auf den Old Man of Storr, dem wahrscheinlich bekanntesten Ort auf der Insel. Spätestens dort trifft man dann auch wieder auf andere Menschen. Der Weg führt natürlich vorbei am Old Man, und nach ein paar Fotos geht der Weg dann dort weiter nach Norden, wo alle anderen Touristen wieder zum Parkplatz umkehren. Ab jetzt läuft man entlang der Trotternish Ridge, die sich fast bis zur Nordspitze zieht. Nachdem wir den Old Man verlassen hatten, wurde der Weg auch deutlich anspruchsvoller. Ab jetzt folgt der Weg den Hügeln der Ridge entlang der Steilhänge. Da die Trotternish Ridge nicht durchgehend ist sondern aus vielen einzelnen Hügeln besteht, kommen jetzt vor allem auch die Höhenmeter ins Spiel.


Am Abend haben wir unser Zelt am wohl schönsten Platz aufgebaut, wo ich je gecampt habe, direkt an der Klippe mit Blick auf den einzigen Sonnenuntergang, den wir während unserer Tour gesehen haben.

Tag 3
Wir folgen weiter der Trotternish Ridge bis zum Quiraing Car Park, einem Parkplatz, von dem aus man verschiedene Tagestouren sowohl nach Norden als auch nach Süden starten kann. Da wir nicht mehr genug Proviant dabei hatten, sind wir per Anhalter nach Brogaig gefahren, dem nächstgelegenen Ort an der Ostküste der Insel. Nachdem wir unsere Vorräte aufgefüllt haben, sind wir direkt am Meer entlang weitergelaufen, wir haben also den „offiziellen“ Skye Trail verlassen. Die Nacht haben wir direkt am Strand auf einem kleinen Stückchen Wiese verbracht.
Tag 4
Am nächsten Tag konnten wir erst einmal ausschlafen, denn das typische schottische Wetter hatte uns nach den erstaunlich guten letzten drei Tagen dann doch eingeholt. Glücklicherweise konnten wir Mittags unser Zelt im trockenen abbauen und sind dann weiter direkt am Strand gelaufen, was zwar durch die großen Kieselsteine nicht sehr angenehm, aber eine schöne Abwechslung zu den letzten Tagen war. Nach ein paar Kilometern am Strand trifft dann auch der Skye Trail auf die Küste, dem wir dann weiter gefolgt sind. Es geht entlang der Klippen weiter nach Norden, mit einer der schönsten und sehenswertesten Abschnitte der Strecke, auch bei Nebel und schlechtem Wetter.



Der Weg endet dann am Rubha Hunish Lookout Boothy, einer kleinen Schutzhütte an der Nordspitze der Insel. Da die Hütte auch auf einer Klippe steht und der eigentliche nördlichste Punkt eine Landzunge unterhalb der Klippe ist, sind wir am nächsten Morgen noch ohne Rucksäcke nach unten gelaufen, bevor wir wieder zurück nach Portree gefahren sind.
Campingmöglichkeiten
Schonmal vorweg: Schottland ist ein absolutes Camperparadies. Man darf laut Gesetz nämlich auf offenem Land campen. Davon ausgeschlossen sind natürlich Privatgrundstücke, aber auch Parks und Felder. Oft sind Parkplätze oder Sehenswürdigkeiten auch mit „No Camping“ beschildert. Außerdem ist es im Nationalpark Loch Lomond & the Trossachs von März bis September verboten, an fast der gesamten Ostseite des Sees ohne Permit wild zu campen. Verständlich, schließlich verläuft der beliebte West Highland Way dort direkt vorbei.
Auf der Isle of Skye ist es abseits der Straßen und Ortschaften also überhaupt kein Problem zu campen, man sollte nur darauf achten, dass das Zelt auf halbwegs trockenem Untergrund steht.
Das Rubha Hunish Lookout Boothy an der Nordspitze der Insel hat zwei einfache Holzbetten (ohne Matratzen), bietet aber auch Platz für mehrere Personen, wenn man seine eigene Isomatte im kleinen Gemeinschaftsraum hinlegt. So kann man zumindest das nasse Zelt zum trocknen aufhängen. Außerdem gibt es eine kleine Kochecke in der Hütte, allerdings keinen Strom oder fließendes Wasser.
Einkaufsmöglichkeiten
Supermärkte gibt es nur in den Ortschaften entlang der Küste, wer den Skye Trail läuft, sollte also zu Beginn genug Proviant mitnehmen, denn auf dem Weg gibt es nach Portree keine Möglichkeiten mehr einzukaufen, außer man macht einen Abstecher an die Küste wie wir es gezwungenermaßen gemacht haben.

Kurz bevor man das Lookout Boothy erreicht, führt der Weg an einer Straße entlang nach Kilmaluag. Kurz vor dem Dorf gibt es ein kleines sehr nettes Cafe, das „Single Track Art Gallery & Espresso Bar“, das von einer Wanderführerin im Ruhestand betrieben wird, die außer sehr gutem Kuchen und heißer Scokolade auch viele Wandertipps für die Region hat (und auch wenn das Cafe schon fast geschlossen hat, uns noch einen ganzen Kuchen überlassen hat, den wir dann an der Bushaltestelle gegessen haben).
Verkehrsanbindung
Von Edinburgh und Glasgow aus ist es am einfachsten, einen der Fernbusse zu nehmen, die mehrmals am Tag zur Isle of Skye fahren, meist nach Portree und dann noch weiter nach Uig. Mit dem Bus ist man ungefähr sechs bis sieben Stunden von Glasgow aus unterwegs, ein Ticket kostet (Stand 2019) ca. 45 Pfund. Alternativ kann man auch mit dem Zug bis Fort William fahren, und von dort aus weiter mit dem Bus, ob das allerdings weniger lang dauert, bezweifle ich. Generell sollte man für die Anreise zur Isle of Skye mindestens einen Tag einplanen.
Auf der Insel selbst fahren auch mehrmals am Tag Busse im Kreis die Küstenstraße entlang, falls man mal nicht an einer Bushaltestelle ist kann man auch einfach die Hand raushalten, dann halten die Busse auch immer.
Ansonsten kommt man in Schottland auch per Anhalter sehr weit, man braucht meistens etwas mehr Geduld, aber bei irgendjemandem kann man immer mitfahren, wenn man etwas flexibler ist.
























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